Feature: tandwerk in Salzburg

Pop-Up Shops und Designermärkte gibt es mittlerweile en masse, zumindest bei uns in Wien. In den anderen Bundesstädten sieht das aber wieder ganz anders aus. Und genau deshalb haben sich die Salzburger Bloggerinnen Carolina, Sonja (siehe Foto) und Eva gedacht, sie rufen einfach ihren eigenen Designmarkt ins Leben. So entstand das tandwerk, das am Samstag, 12. März 2016 zum zweiten Mal in Salzburg stattfindet. Wir haben Co-Organisatorin Caro zum Interview gebeten und nachgefragt, was die Idee hinter dem tandwerk ist, wie es zu dem Namen kam, und ob es schon Pläne für eine dritte Ausgabe gibt.

Caro Hubelnig und Sonja Winkler | (c) Fabienne Roth Photography

Was ist das tandwerk und wer steckt dahinter?
tandwerk ist ein kuratierter Designmarkt, auf dem sich Salzburger Designer und Kunsthandwerker präsentieren. Das Motto dabei: Klasse statt Masse. Wir wählen unsere Aussteller ganz genau aus und laden lieber weniger ein, anstatt mehr – und zwar eben nur solche, deren Produkte wir wirklich toll finden und bei denen unser Hirn auf Anhieb „Habenwollen“ schreit. Das macht die Auswahl zwar kleiner, als bei anderen Märkten, aber dafür umso schöner! „Wir“ sind die Vertreter von drei Salzburger Blogs (Eva von Fräulein Flora, Caro von Gute Güte und Sonja von Ginger in the Basement), die sich unter anderem mit Design und fairer Mode beschäftigen. Daher ist das tandwerk auch ein wenig Spielwiese für unseren persönlichen Geschmack – was glücklicherweise aber ankommt!

Das tandwerk geht dieses Wochenende in die zweite Runde. Wie kam euch die Idee zu einem solchen Event?
Die Idee kam eigentlich aus drei Richtungen: Erstens kannten wir einige Salzburger Designer und Kunsthandwerker mit tollen Produkten, die aber oft nur sehr umständlich zu beziehen sind. Zweitens waren wir von „herkömmlichen“ Kunsthandwerksmärkten in der Region manchmal etwas enttäuscht, da diese oft ein wenig kitschig oder esoterisch daherkommen. Und drittens sind uns Prinzipien wie Regionalität und Fairness im Konsum sehr wichtig. Mit dem tandwerk verbinden wir alle drei Dinge. Wir bieten lokalen Designern eine sehr günstige und unkomplizierte Verkaufsfläche, zeigen in einem „Aufwasch“, was es in der Region eigentlich Tolles gibt, wir promoten Labels, die schöne, handgemachte, hochwertige Dinge direkt in der Region herstellen – und wir bauen uns selber eine Möglichkeit, in einem Rundgang bei all unseren lokalen Lieblingslabels einzukaufen.

Foto von Tandwerk | we love handmade

Wie seid ihr auf den Namen gekommen? tandwerk ist ja eigentlich ein altes Wort für „Schund“.
Ganz genau! Die Namensentscheidung ist eigentlich relativ schnell gefallen. Wir haben lang mit Wörtern, wie „Kram“ oder „Krämerei“ gespielt, irgendwann begonnen in einem Synonymwörterbuch zu blättern und sind auf dieses doch recht altmodische Wort gestoßen, das man ja auch mit „Klimbim“ übersetzen kann. Da es unsere Ursprungsidee von einer „Krämerei“ für lokales Design mit einem Anklang an das Wort „Handwerk“ verbunden hat, waren wir uns relativ schnell einig, dass unser Markt tandwerk heißen soll.

Was erwartet die Besucher am Samstag im Stadtwerk sonst noch?
Im Prinzip in netter, gemütlicher Einkaufsbummel mit ein paar Extras obendrauf. Der Markt ist klein aber fein, es gibt ein wenig Rahmenprogramm mit Musik, einer DIY-Ecke und einer Fotobooth, wir haben mit der Trumerei ein feines Lokal mit Craftbier-Schwerpunkt direkt am Marktgelände und freuen uns, wenn unsere Besucher und Besucherinnen ein wenig mit uns ins Plaudern kommen.

Foto von Tandwerk | we love handmade

Wie kann man beim Tandwerk als Aussteller mitmachen?
Ganz einfach: Indem man uns ein Email schreibt! Wir sind zwar, wie gesagt, mit großem Salzburg-Bezug gestartet, haben aber diesmal, beim zweiten Termin, schon ein wenig „osterweitert“: Es sind bereits zwei oberösterreichische Labels mit an Bord. Wir schauen uns die Sachen dann meistens virtuell an und entscheiden im Team ob die Produkte zu uns passen, oder nicht.

Ihr achtet bei der Auswahl der Aussteller wie bereits von euch erwähnt auf Regionalität und Nachhaltigkeit. Wie könnt ihr diese Punkte sicherstellen?
Das geht relativ leicht: Wir kennen fast jeden unserer Aussteller persönlich und waren auch schon bei manchem in den (Salzburger) Werkstätten und Studios, in denen die Produkte hergestellt werden. Regionaler geht es nicht! Auch bei der Materialauswahl der Labels achten wir auf Nachhaltigkeitskriterien. Dazu haben wir etwa auch einige Labels an Bord, die Upcycling betreiben – wie etwa Schwarzwaldgold mit Schmuck aus goldenen Bierflaschen-Manschetten oder Stillos mit Taschen aus alten LKW-Planen.

Foto von Tandwerk | we love handmade

Auf welchen Aussteller freust du dich dieses Mal am meisten?
Ich freu mich schon irrsinnig auf die Sachen von Textpoterie, einem unserer Oberösterreich-Gäste. Das Label verschönert altes Porzellan mit feinen Sprüchen und Golddetails – dabei entstehen wunderschöne Einzelstücke.

Ist bereits ein drittes tandwerk in Planung?
Aktuell haben wir noch keine wirklich fixen Pläne, aber eine dritte Ausgabe im Herbst würden wir uns auf alle Fälle wünschen – sofern Interesse besteht.

Danke an Caro von tandwerk für das nette Interview!
Das Interview führte Petra Gschwendtner.

tandwerk

12. März 2016 | 10:00 bis 18:00 Uhr
STADTWERK (Strubergasse 26, 5020 Salzburg)
Eintritt: 1,50€ pro Person (dafür gibt es ein kleines Goodie)
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(Alle Fotos von tandwerk. Foto von Caro und Sonja: (c) Fabienne Roth Photography)

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