Buch-Tipp: „Kalligrafie von A bis Z“ von Natascha Safarik

(Werbung: Dieser Beitrag enthält Affiliate-Links. Das Rezensionsexemplar wurde uns kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt.)

Natascha Safarik ist eine der wenigen hauptberuflichen KalligraphInnen Österreichs und im Herbst letzten Jahres erschien ihr erstes Buch mit dem Titel „Kalligrafie von A bis Z„, in dem sie die Grundlagen der Kalligraphie mit der Spitzfeder ausführlich erklärt, aber auch viele praktische Übungen für Anfänger und Fortgeschrittene parat hat. Das Buch ist ein super Nachschlagewerk für alle, die sich für Kalligraphie interessieren, und ist übrigens auch bei uns im Shop erhältlich! Kalligraphie ist Nataschas große Leidenschaft, und das schon seit Jahren. Bereits 2015 hatten wir unseren ersten gemeinsamen Kalligraphie-Workshop, wahrscheinlich auch der erste dieser Art in Wien. 2019, über drei Jahre später, bieten wir nach wie vor Kalligraphie-Workshops an, und zwar gleich mehrere pro Workshop-Saison, haben eine eigene Rubrik dazu in unserem Onlineshop und haben tolle Tinten- und Federhalter aus Holz entwickelt. Man merkt also: Nataschas Leidenschaft zur Kalligraphie ist auch ein bisschen auf uns übergegangen, und da sind wir bestimmt nicht die einzigen.

Natascha lebt und arbeitet in Wien und ist online den meisten unter Tintenfuchs bekannt. Eigentlich kommt sie aber aus Graz, wo sie zunächst Anglistik studiert und dann auf der FH Joanneum Informationsdesign drangehängt hat. Danach zog sie nach Wien und hat zunächst als Grafikerin in Agenturen und in-house gearbeitet. Wie sie eigentlich zur Kalligraphie gekommen ist, wie ihr erstes Buch entstanden ist, und warum sie die Kalligraphie mit der Spitzfeder so sehr liebt, verrät sie in unserem Interview!

Kalligrafie: Natascha Safarik | we love handmade

Du hast mit Grafikdesign gestartet – wie bist du eigentlich zur Kalligraphie gekommen?
Schrift hat mich schon immer interessiert, ich dachte aber erst ich könnte die Gestaltungen, die ich mir vorstelle, mit vorhandenen Script-Schriften basteln. Da habe ich schnell festgestellt, dass das leider nicht so funktioniert, wie ich mir das wünsche. Fazit: Ich musste lernen, selbst so zu schreiben wie ich die Schrift haben möchte.

Warum gerade Kalligraphie mit der Spitzfeder?
Breitfeder finde ich auch super, aber Spitzfeder-Schriften haben diese unaufdringliche Eleganz. Dadurch, dass die meisten davon kursiv sind, heben sie sich deutlich von unserer Handschrift ab und sind dennoch gut lesbar. Der Kontrast zwischen dicken und dünnen Linien ist auch einfach wunderschön. Das Gefühl der Feder auf dem Papier ist herrlich und es gibt so viele Variationen von Stilen und Buchstaben! Einfach super.

Tintenfuchs: Sparkle | Barbara Wenz

Natascha Safarik Tintenfuchs | c katharina lassnig

Seit November 2015 hosten wir gemeinsam Kalligraphie-Workshops – wie bist du auf die Idee gekommen dein Wissen weiter zu tragen?
Mein Gedanke dahinter war ganz einfach: Wenn ich mich für Kalligraphie interessiere, bin ich doch sicher nicht die Einzige. Ich schreibe jetzt doch schon länger und der Anfang war total mühsam, weil es in Österreich keine Kurse mit dieser speziellen Technik gab. Ich musste mir alles im Internet und im Ausland zusammensuchen und das hat ziemlich lange gedauert. Und warum sollten sich denn andere Interessierte genauso abmühen wie ich? Ich wollte einfach den Einstieg erleichtern. Und natürlich Leute kennenlernen, die das Thema auch begeistert.

Was macht dir an den Workshops besonders viel Spaß?
Ich liebe es, den Aha-Effekt auszulösen. Das gibt mir irgendwie einen Kick, wenn den Kursteilnehmer_innen plötzlich der Knopf aufgeht. Und ich will nicht lügen, es ist schon auch toll wenn man mir beim Schreiben zusieht und dann kommen viele „aaaaah“s und „oooooooh“s. Das ist gut fürs Ego. ;)

Nun ist letztes Jahr auch dein erstes Buch „Moderne Kalligrafie von A bis Z“ erschienen – wie kam es dazu?
Ich wurde sehr oft nach Buchempfehlungen gefragt. Da gibt es einige Favoriten, wie z.B. „Mastering Copperplate Calligraphy“ von Eleanor Winters. Aber nicht auf deutsch, das letzte Buch das auf deutsch zum Thema Spitzfeder geschrieben wurde, war in den 80ern. Und das ist kein genaues Anleitungsbuch. Also dachte ich mir, dann muss ich halt selbst eines schreiben. Das zieht sich in meinem „Kalligraphie-Lebenslauf“ irgendwie durch, stelle ich gerade fest… das Bedürfnis das zu erschaffen, was ich mir selbst gewünscht hätte als ich begonnen habe.

Moderne Kalligraphie von Natascha Safarik | we love handmade

Buch: Moderne Kalligraphie von Natascha Safarik | we love handmade

An wen richtet sich das Buch?
Hauptsächlich an blutige Anfänger, da ich darin alles vom ersten Strich an erkläre. Aber auch Leute mit Spitzfeder-Erfahrung finden interessante Buchstabenvariationen, Material-Tips und DIY-Projekte darin.

Für dich war es dein erstes Buch – wie war der Entstehungsprozess und die Arbeit hinter den Kulissen? Gibt es vielleicht auch etwas darin, das du besonders toll findest?
Von der Zusage des Verlages bis zur Abgabe des Manuskripts hatte ich ein halbes Jahr Zeit. Das ist nicht sonderlich lange aber ich muss sagen, dass mir das Schreiben erstaunlich leicht von der Hand ging. Ich hatte durch die Unterrichtserfahrung schon ganz gut im Kopf, was ich sagen wollte. Schwierig war das Ausformulieren der Anleitungen, also vom mündlichen Erklären („jetzt so“ – vorzeigen – „dann so“ – vorzeigen) zur schriftlichen Unterweisung („jetzt nach links oben ziehen und dann mit Druck nach unten“). Und ich bin nie zufrieden mit meinen eigenen Buchstaben, daher habe ich hunderte von Seiten mit Alphabeten angefertigt. Nach der Abgabe des Manuskripts kam das Buch verlagsseitig ins Layout und Lektorat und es wurde noch ein paar Mal hin- und hergeschickt bis alle zufrieden waren. Das lief auch reibungslos ab, ich bin insgesamt sehr zufrieden wie unkompliziert das alles funktioniert hat. Besonders toll finde ich es immer noch, dass sich tatsächlich ein Verlag dafür interessiert hat – und dass es auch bei den Lesern so gut ankommt!

Als Kalligraphie-Expertin verrätst du in deinem Buch viele Tipps und Tricks für Anfänger, aber auch Fortgeschrittene – welchen Tipp hättest du selbst am liebsten schon viel früher von jemand anderem bekommen?
Ich kann es nur immer und immer wieder sagen, auch wenn es allen meinen Freunden, Verwandten und Kursteilnehmer_innen schon zum Hals raushängt: Wie man Federhalter und Blatt richtig positioniert ist essentiell. Ich selbst habe ewig gebraucht, um das zu verstehen, daher hätte ich dringend jemanden gebraucht der oder die mir das zeigt. Da hatte ich echt ein Brett vor dem Kopf und habe sicher ein halbes Jahr lang herumgepfuscht bis ich es dann hatte.

Tintenfuchs Namenstag | Barbara Wenz

Du hast deine Leidenschaft zum Beruf gemacht – wie sieht ein typischer Arbeitstag bei dir aus?
Ich stehe mit meinem Verlobten und seinen Kindern um 6:30 auf und wir frühstücken. Wenn ich Schreibaufträge habe, dann setze ich mich gleich hin sobald sie die Wohnung verlassen und schreibe los. Ich weiß, dass ich um etwa 14.00 mein Mittagstief habe, daher versuche ich davor so viel wie möglich zu schaffen. In den Schreibpausen (die Hand braucht auch Pausen) beantworte ich dann Mails, schreibe Angebote und Rechnungen. Was mir an der Selbstständigkeit richtig gut gefällt ist, dass ich nicht immer so viel Output haben muss. Wenn ich mich an einem Tag schlecht konzentrieren kann, hole ich das am nächsten Tag wieder auf. In einem Bürojob kommt das nicht so gut rüber, wenn man mal einen Tag lang nur so herumsitzt.

Welche Utensilien hast du immer mit dabei?
Ich würde da jetzt gerne irgendwas cooles sagen wie „Ich habe immer einen Federhalter und 40 verschiedene Tinten dabei“, aber in Wahrheit vergesse ich oft sogar, auch nur einen Stift oder Visitenkarten einzupacken. Ich bin da ein wenig schusselig. Aber wenn ich auf Urlaub fahre gerate ich in Panik, dass ich dort nicht schreiben kann. Da packe ich dann immer viel zu viel Papier, Federhalter, Federn und Tinte ein.

Auch bei Kalligraphie gibt es verschiedene Werkzeuge und Materialien, die man nutzen kann – welche sind deine Favoriten?
Meine Favoriten sind Federhalter mit sentimentalem Wert: Von meiner Schwester handgeschnitzt oder aus Kursen von Master Penman Michael Sull mitgenommen. Tinte liebe ich immer noch die gute alte Walnusstinte zum Üben, für spezielle Effekte mag ich die Finetech-Farben von Coliro sehr. Bei den Federn ändern sich meine Favoriten öfters mal, zur Brause 66EF oder der Zebra G kehre ich aber immer wieder gerne zurück. Und ein Leben ohne Dinky Dips mag ich mir nicht vorstellen, ich habe die meisten meiner Tinten in diese kleinen Gefäße umgefüllt. (Anm. von we love handmade: Viele Tinten, Federn, Halterungen und auch Federhalter gibt’s bei uns im Shop!)

Kalligraphie erfordert viel Übung – kannst du dich noch an deine ersten Zeilen und Fortschritte erinnern?
Oh ja. Das Schlimmste daran ist, dass ich damals dachte ich wäre total toll. Mein Auge musste sich erst entwickeln und daher kamen mir meine ersten Versuche ziemlich super vor. Ich will gar nicht wissen, wie schrecklich ich in 5 Jahren meine Werke von heute finde! ;)

Kalligrafie von A bis Z - Buch | we love handmade

Gibt es Dinge, die du gerne selbst noch verbessern möchtest?
Natürlich!!! Da wäre das A, das B, das C, das D, das E, das F… ich glaube ihr versteht, was ich meine. Es gibt immer Spielraum nach oben und ich habe selbst noch einen langen Weg vor mir, bis ich so schreiben kann wie ich mir das wünsche. Zum Glück macht es echt Spaß, diesen Weg entlang zu spazieren.

Hast du ein paar Tipps für jene, die gerne selbst Kalligraphie erlernen wollen?
Denkt an die Blatt- und Federhaltung. ;) Und spart nicht mit der tollen Tinte und dem sexy Papier, das Üben soll Spaß machen.

Das erste Buch kommt toll an – gibt es bereits Pläne für ein Zweites?
Im März 2019 kommt tatsächlich ein Übungsheft zum Buch heraus, wo ihr direkt im Heft die Buchstaben üben könnt. Auch im Frühling kommt noch ein Grundlagenheft das sich eher an die Leute richtet, die noch nicht so recht wissen, ob sie das Thema genug interessiert, um das „große“ Buch zu kaufen.

Buch: Kalligraphie Natascha Safarik | Barbara Wenz

Das Buch „Kalligraphie von A bis Z“ kann direkt bei uns im Onlineshop bestellt werden, und bei den Kalligraphie-Workshops solltet ihr schnell sein, einige Termine sind nämlich bereits ausgebucht. Alle Infos gibt’s im Workshop-Programm.

Mehr von Natascha Safarik von Tintenfuchs:
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Fotocredits: Kalligraphie-Beispiele „Sparkle“ & „Alex“ und letztes Foto von Barbara Wenz. | Foto von Natascha von Katharina Lassnig.

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